Hauptmenü
Ergänzungen > Texte
Zunächst wird uns die nötige Ausrüstung vorgestellt und begründet, warum wir dies oder jenes einsetzen sollten und anderes nicht. Besonders erfreulich: der interessierte Leser muss beim Autor KEIN Halfter, Kontaktstock, Sattel, Decke, Pulver oder sonstige „unverzichtbare“ Ausrüstungsgegenstände erwerben; nein, Sie sollten das Equipment normalerweise schon besitzen oder können es leicht im nächsten Reiterladen erwerben.
Einer Empfehlung müssen wir leider widersprechen: uns ist das Half-Breed oder Linda Tellington-Jones-Gebiß keine Empfehlung wert. Sie sollten als Pferdefreund einfach mal ins Maul des Pferdes sehen, wenn so ein „Gerät“ dort Platz finden soll. Das LTJ-Gebiss ist groß, schwer und stößt bei vielen Pferden an den Gaumen. Es wird eher von schwächeren Reitern mit einer gröberen Zügelführung als Notbremse verstanden, statt zum zunächst vom Autor favorisierten „losen Zügel“.
Nach Auskunft einer Westernreiterin (und Händlerin mit Pferdezubehör) lässt dieses Gebiss die Pferde auf Grund des Gewichtes (!) den Kopf schön beugen...(kann das Pferd nicht richtig heben???). Wir denken, dass das Pferd so versucht, die Wölbung des Gebisses nach hinten zu legen, um das Anstoßen am Gaumen zu vermeiden.
Hartmut Luther erläutert dann zunächst die „Kommunikationskanäle“ zum Pferd und stellt diese in Zusammenhang mit korrekter Haltung und korrektem Sitz. Körpersprache am Boden – Körpersprache im Sattel: mit guten Fotos werden die verschiedenen „Knackpunkte“ verdeutlicht.
Der korrekte Sitz wird besonders intensiv geschildert – mit Begründungen des warum und wozu.
Nach der Erläuterung der „Basics“ führt ein umfangreiches Übungsprogramm durch die verschiedenen Etappen des Anreitens. Hier finden sich immer wieder gute Tipps auch für fortgeschrittene Reiter.
Trotz (oder wegen?) der ausführlichen Erläuterungen und Bilder scheint uns ein Besuch in einem der Seminare des Autors empfehlenswert: da in einem Lehrbuch zum Anreiten junger Pferde (und darüber hinaus einem Lehrbuch für feines, sanftes und leichtes Reiten) niemals alle körperlichen Gegebenheiten (und Schwächen) sowohl des Reiters als auch des Pferdes abgedeckt werden können, sollte der Grundlegung durch das Buch eine Vertiefung und -gegebenenfalls- eine Korrektur durch den Trainer erfolgen. Auch sind nicht alle Fragen durch Lesen (und Nachdenken) zu beantworten. Ein qualifiziertes Trainingsseminar ist zusätzlich immer ratsam!
Das Buch wendet sich an den ambitionierten Freizeitreiter, jedoch nicht an den Einsteiger „in Sachen Pferd“. Der fortgeschrittene Freizeitreiter wird für sich sicher vieles finden, was er nutzbringend auch für (s)einen „erwachsenen“ Partner/Freund Pferd verwenden kann, mit dem Ziel des „sanften Reiten von Pferden“.
Hartmut Luther: Soft Horse Riding, Verlag Müller Rüschlikon, 2003